Arminio Rothstein: Anwerbung durch die Gestapo 1940

Niederschrift eines Telefongesprächs mit Hermann Berger (alias Arminio Rothstein bzw. Habakuk) und Ewald Ebner (alias Bodo Grebner) vom 21.3.2020.

Mayr: Guten Morgen! Gestern habt ihr mir versprochen, eure Anwerbung durch die Gestapo zu schildern. Für die Leser: Ihr seid als Kinder zu den Juden geschickt worden mit dem Auftrag, ihre Verbrechen an führender Stelle mitzumachen und dann abzuhauen und alles zu verpfeifen. Den Punkt haben wir jetzt erreicht. Arminio, Leg los.

Habakuk: Ja, ich hab schon erzählt, meine Mamma, die ich sehr gern gehabt hab, war „eine mit einem Schein“ (Prostituierte, Anm. Mayr) und hat gestohlen. So war das, ähnlich wie du mag ich nur solche Frauen. Irgendwann im Frühjahr 40, mitten im Krieg, ist dann die Ledermantel-Fraktion bei uns erschienen und hat ihr KZ angedroht. Ich war dann fleißig in der Schule, aus Instinkt, und hab mir die Jugend-Hefte der HJ genau angesehen. Die Mama ist dann nach Flossenbürg, hieß es.

Mayr: Was war wirklich?

Habakuk: Der Deal war, ich nehme die Mitteilungen der Gestapo über die Hefte ernst, und die Mamma geht sofort nach Südamerika. Sie ist 1962 in Rio verstorben. Durch die Lektüre erfuhr ich, was ich zu tun hatte.

Mayr: Wie haben die genau mit dir kommuniziert?

Habakuk: Das war Wiener Polizei, die hatten einen Agenten in der Redaktion dieser HJ-Organe, einen Zeichner. Der bekam seine Infos direkt von Hitler und hat mit mir gesprochen, in Bildern, die auf den kriminellen Jargon der Wiener Unterwelt angespielt haben. Verstand „draußen im Reich“ kein Mensch. War ein komisches Gefühl, mit Hitler zu reden, der sich nur „Wolf“ nannte. Mein Deckname bei der Gestapo wurde „Taschenfeitl“, s’Taschenfeitl würde genau überwacht und Hitler hat sogar meine schüchternen Liebschaften kommentiert.

Mayr: Wahnsinn.

Habakuk: Wolf war ein jüdischer Agent. Das war die Legende. Nur im direkten Gespräch mit einem Gestapo-Beamten, der eine Art Führungsaufsicht über mich ausübte, wurde mir mit dem Zaunpfahl bedeutet, dass der Mann die Juden verarscht und auch ich das tun soll. Die Kultusgemeinde hat später dann alles, was ich mit Wolf besprochen habe durchgesehen und mir vertraut. Das direkte Gespräch war unbekannt.

Mayr: Wie hast du Hitler geantwortet?

Habakuk: Durch kalkuliertes Schulversagen. Das ist sehr komplex, ein richtiges Handwerk war das damals, in der DDR haben die das dann perfektioniert, im Jugendwerkhof. Irgendwann, es muss 1943 gewesen sein, kam dann mein Operativplan heraus, den Wolf ausgearbeitet hatte. Er ist enthalten in dem Schulbuch „Lebenskunde“, so ein rassistischer Schinken, mit einem deutschen Bauern am Pflug vorne drauf. Da steht drin, dass ich untertauchen soll, zu den Juden gehen, Maler und Clown werden und dann 1993 als Chef der israelischen Armee nach Jaffa.

Mayr: Das Lebenskunde-Buch kenne ich, ich hab es 1994 in die Hand bekommen. Viele Burschen im Salzburger Land haben das gelesen, die waren dann wie du zum Schein bei den Israelis, Volksmusikanten und so.

Habakuk: Ich hab es dir 1995 durch einen israelischen Agenten klauen lassen, der Kerl ist ja vor ein paar Monaten von den Japanern am Praterstern erwischt worden. Es war mir einfach zu riskant, ich hatte die OP hinter mir und war schon in Jaffa. Bei deiner Gesinnung hätte das schief gehen können, du Nazi (lacht). Das Buch beschreibt auch meine Aufgaben, was dich betrifft, ich sollte dich zum Verbrechen bekehren und von Julia fernhalten (lacht laut), hab ich angedeutet, zusammen mit dem Brezina, über diese schrottigen Helmi-Folgen. Voila.

Mayr: Es ist unglaublich. Du warst tatsächlich einer der brutalsten Verbrecher auf israelischer Seite.

Habakuk: Klein angefangen und später dick aufgetragen. Als akademischer Maler in Wien war das mühsam, der Arik Brauer hat mir von geistesgestörten Weibern gebrautes Pflanzengift für meine Gemälde verschafft, ich sollte Käufer und „Gönner“ umbringen, Leute von der UNO und so weiter. Später hat mir der Hridlicka die Puppen gemacht, im Rausch. Als Kinderclown beim ORF war es ganz o.k., einen Haufen fesche Weiber, nur die Bernadette Schneider, die geile Sau, hat mich nicht drübergelassen. Gegen Ende der Karriere am Küniglberg haben sie mir dann absichtlich schiache Krapfen wie die Edith Rolles vor die Nase gesetzt und 1993 ab in die OP.

Mayr: Du warst ab 1993 als falscher Rabbi in Israel unterwegs und nanntest dich Shebigroth. 2019 dachte ich, mich laust der Affe, du hast Bombenanschläge in Russland organisiert und bei Notre Dame die Finger im Spiel gehabt. Dann wurdest du zufällig ausgebombt (lacht). Man sah dein gesprengtes Schlafzimmer im Fernsehen.

Habakuk: Danke übrigens für die schöne Zeit, Herr Aufklärer. Meine pseudojüdische Frau war „zufällig“ einkaufen, als die Raketen unser schönes Wohnhaus erwischt haben, ich hatte mich schon an das süße Leben in Israel gewöhnt. Die Bilder der Zerstörung hab ich veröffentlichen lassen, als V-Mann der Gestapo kam ich mir schlecht behandelt vor. Bin damals immer mit meinem Kleinwagen nach Jaffa zum Kommandobunker. Ab Frühjahr 19 Leben im Versteck am Doppelmonitor (lacht), und dann sind mir die Worte des Gestapo-Beamten von 1940 wieder eingefallen, die mir den Zeitpunkt der Flucht mitgeteilt haben. November 19, und ich bin nach Frankfurt ins Krankenhaus. Dort hat schon die Fatah gewartet.

Mayr: A propos Doppelmonitor, den der Brezina im ORF verpfiffen hat, der Depp. Im Sommer 19 hast du noch mit dem Pilnacek im Café Landtmann Mordaufträge gegen mich aushandeln wollen (lacht). Dein V-Mannführer braucht Nerven.

Habakuk: Breiten wir den Mantel des Schweigens darüber. Eigentlich wollte doch der Ewald auch noch seine Geschichte erzählen, und nur ich hab geplappert. Ewald, willst du noch? Schau, Sigi, er weint. Machma in einem neuen Artikel schlag ich vor. Einverstanden, Ewald?

Ewald: Ja, alles klar, neuer Artikel. Wird sonst zu lang. Ich trink jetzt a Bier (lacht). Samma wieder daheim. Bis später. Heil und Sieg.

Mayr: Danke meine Herren, so weit.

(Dokumente Arbeitskreis NSU, Reichsführung der HJ und Geheime Staatspolizei)

Interviewreihe mit Arminio

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